Darlehenswiderruf

Betroffen sind praktisch alle Darlehensverträge, die nach dem 30.06.2010 bis zum 20.03.2016 abgeschlossen wurden. Fehlerhafte Informationen zum Widerrufsrecht, unzulässige Vertragsklauseln oder die fehlende Erfüllung von Informationspflichten führt dazu, dass die grundsätzlich 14 Tage betragende Widerrufsfrist nicht in Gang gesetzt wird. Dies betrifft sowohl Immobilienkredite wie auch allgemeine Privatkredite und Pkw-Finanzierungen.

Der Widerrufsjoker ist für Darlehensnehmer äußerst attraktiv. Zunächst kann man sich von noch laufenden Verträgen mit Zinsbindung vorzeitig lösen und damit von zwischenzeitlich sehr viel niedrigeren Marktzinsen profitieren. Eine Vorfälligkeitsentschädigung fällt nicht an. Zusätzlich bekommt der Darlehensnehmer Geld zurück in Form des sogenanntem Nutzungswertersatzes. Dies bedeutet, dass das Kreditinstitut sämtliche vom Darlehensnehmer geleisteten Zahlungen für den Zeitraum zwischen der Zahlung und dem Widerruf verzinsen muss. Dies gilt allerdings nur für Darlehensverträge, die bis zum 12.06.2014 abgeschlossen wurden. Wenn der Darlehensnehmer Anspruch auf Nutzungsersatz hat, erhält er Zinsen in Höhe von 2,5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz (bei Immobilienkrediten) bzw. 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz bei sonstigen Darlehen. Bei Pkw-Finanzierungen kann der Darlehensnehmer das Fahrzeug zurückgeben. Wenn mit dem Darlehensvertrag weitere Verträge, wie zum Beispiel eine Restschuldversicherung, verbunden waren, werden diese ebenfalls rückabgewickelt.

Allerdings widersetzen sich Banken und Sparkassen in aller Regel dem Versuch des Darlehenswiderrufs. Aussicht auf Erfolg besteht fast ausschließlich mit anwaltlicher Hilfe. Nur spezialisierte Rechtsanwälte können die sich aus dem Darlehenswiderruf zugunsten des Darlehensnehmers ergebenden Ansprüche vollumfänglich berechnen und erforderlichenfalls auch gerichtlich durchsetzen. Das Kostenrisiko wird in vielen Fällen von Rechtsschutzversicherungen übernommen.

Interessierten Darlehensnehmern ist zu empfehlen, möglichst schnell den Darlehenswiderruf zu erklären und ihre Ansprüche erforderlichenfalls gerichtlich einzuklagen. Zu beachten ist dabei die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zur möglichen Verwirkung des Widerrufsrechts. Danach kann nach langem Zeitablauf und wenn besondere Umstände hinzukommen, die Ausübung des Widerrufsrechts wegen Verwirkung ausgeschlossen sein. Als besonderes Umstandsmoment kommt insbesondere die vollständige Rückführung des Darlehens in Betracht.

Gerne prüfen wir im Rahmen einer kostenlosen Ersteinschätzung Ihren Darlehensvertrag. Wir erklären Ihnen:

  • ob eine fehlerhafte Vertragsklausel vorliegt und ein Widerruf möglich ist
  • ob das Widerrufsrecht nach der Rechtsprechung bereits verwirkt sein könnte
  • wie die Widerrufserklärung gegenüber dem Kreditinstitut zu erfolgen hat
  • welche grundsätzlichen Ansprüche sich für Sie aus dem Darlehenswiderruf ergeben
  • welche Kosten mit der anwaltlichen Durchsetzung verbunden wären
  • ob Ihre Rechtsschutzversicherung zur Kostendeckung verpflichtet ist

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